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Motorboot-Taxi in Fahrt in der Lagune von Venedig mit weißer Hecklinie im Wasser

So funktioniert es · Regeln und Tarife

Wassertaxi Venedig: der Ratgeber

Wer die Lizenzen vergibt, wie der Taxameter abrechnet, woran du ein zugelassenes Boot erkennst und was du den Fahrer vor der Abfahrt fragen solltest.

  • Lizenzen250 insgesamt
  • Taxameter15 € + 2 €/Min.
  • Kapazitätmeist 10 Personen
  • Wasser-Funktaxi199 48 49 50
Nicht die offizielle Website

Das Wassertaxi in Venedig ist ein öffentlicher Verkehrsdienst außerhalb des Linienverkehrs: ein Motorboot mit Fahrer, lizenziert von der Stadt, das dich von einem beliebigen Punkt der Lagune zu einem anderen bringt. Auf Venezianisch heißt es motoscafo, und es ist das einzige Verkehrsmittel, das in Venedig die Rolle übernimmt, die anderswo das weiße Auto in der Schlange vor dem Bahnhof spielt. Dieser Ratgeber erklärt, wer den Dienst reguliert, wie viel er legal verlangen darf, woran du ihn erkennst und was du vor dem Einsteigen vereinbaren solltest.

Was ein Wassertaxi ist – und was nicht

Das Wassertaxi ist ein geschlossenes Boot, meist aus Holz oder Kunststoff, mit niedriger Kabine, wenigen Sitzplätzen und einem Achterdeck, auf dem der Fahrer das Gepäck verstaut. Es nimmt Fahrgäste auf Abruf oder an den Taxiständen auf, rechnet nach städtisch festgelegten Tarifen ab und hat keine feste Route.

Verwechseln solltest du es nicht mit drei Verkehrsmitteln, die ihm nur von Weitem ähneln:

  • dem ACTV-Vaporetto, dem öffentlichen Linienverkehr mit Haltestellen, Fahrplan und einem Ticket für 9,50 € mit 75 Minuten Gültigkeit;
  • dem Alilaguna-Boot, einem privaten Linienverkehr, der den Flughafen für 18 € einfache Fahrt mit der Stadt verbindet;
  • der Gondel, die ein touristisches Angebot mit eigener Route und eigenem Preis ist und kein Transportmittel für Wege von A nach B.

Den zahlenmäßigen Vergleich dieser Optionen findest du auf der Seite Wassertaxi, Alilaguna oder Vaporetto.

Bereitgestellt von GetYourGuide

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Wer den Dienst reguliert

Zuständig ist der Comune di Venezia, Direzione Mobilità e Trasporti — Settore Trasporti, also das Mobilitäts- und Verkehrsressort der Stadt. Der Wasserverkehr außerhalb des Linienbetriebs ist durch die städtische Verordnung geregelt, die das Regionalgesetz der Region Venetien Nr. 63/1993 umsetzt – ein anderes Regelwerk als jenes für Taxis an Land.

Die Tarife, so die Stadt, “werden vom Stadtrat im Einvernehmen mit den Branchenverbänden ermittelt und festgelegt”. Der derzeit veröffentlichte Tarif geht auf die Stadtratsbeschlüsse Nr. 227 und Nr. 516 zurück und wurde seit über einem Jahrzehnt nicht angepasst: Er ist der einzige stabile Bezugspunkt in einem Markt, in dem sich die kommerziellen Preislisten mit jeder Saison bewegen.

Ein Detail, das dir praktisch weiterhilft: Der Tarif muss an jedem städtischen Taxistand aushängen, und die Stadt veröffentlicht für jeden Stand eine zweisprachige Fassung. Wenn du beim Preis unsicher bist, hängt die Tabelle dort – wenige Meter vom Boot entfernt.

Wie viele Lizenzen es gibt

Die Zahl ist gedeckelt, und die Lizenzen werden über ein öffentliches Auswahlverfahren oder per Übertragung vergeben. Insgesamt sind es 250:

  • 193 “Doppellizenzen” — Taxilizenz plus Genehmigung für Mietboot mit Fahrer, ausgeübt mit demselben Boot;
  • 7 dieser Doppellizenzen sind den Gondoliere-Genossenschaften vorbehalten;
  • 50 reine Taxilizenzen, davon 25 auf Booten mit Hebevorrichtung für Fahrgäste im Rollstuhl.

Diese 25 barrierefreien Boote sind die nützlichste Information der Liste: Wer mit Rollstuhl reist, muss sie bei der Buchung ausdrücklich anfragen, denn sie sind nicht der Normalfall in der Flotte. Boote mit Zulassung für die Beförderung von Menschen mit Behinderung dürfen außerdem auch an den Anlegern des Linienverkehrs festmachen.

Der Fahrer steuert von einem offenen Stand aus: Die Lizenznummer ist außen am Boot angebracht.
Der Fahrer steuert von einem offenen Stand aus: Die Lizenznummer ist außen am Boot angebracht. Foto: Nino Barbieri · CC BY-SA 2.5

Wie der Taxameter abrechnet

Der Tarif sieht zwei Abrechnungsarten vor, und du solltest wissen, welche gerade angewandt wird.

Nach Taxameter, auf Stadtstrecken: 15 € Grundgebühr bei Fahrtantritt plus 2 € pro Minute. Die Rechnung wächst mit der Fahrzeit, nicht mit der Entfernung – eine kurze Strecke durch stark befahrenes Wasser kann also so viel kosten wie eine längere über die offene Lagune.

Zum Festpreis, auf den im Tarifverzeichnis gelisteten Strecken: ein fester Preis für das Paar aus Start und Ziel, unabhängig von der benötigten Zeit. Das ist die Formel für den Flughafen und für die Verbindungen zwischen den Taxiständen im Zentrum.

Zu beiden Formeln kommen die Zuschläge:

PostenBetragAnmerkung
Fahrt auf Abruf+5 €wenn der Zustieg nicht an einem Taxistand erfolgt
Nachtfahrt+10 €von 22:00 bis 06:00 Uhr
Jedes Gepäckstück über die ersten 4 hinaus+3 €und über die Zahl der Passagiere hinaus
Jede Person ab dem 5. Passagier+5 € nach Taxameter, +10 € zum Festpreisein Gepäckstück inklusive

Einheimische und Fahrgäste mit Behinderung haben Anspruch auf 20 % Ermäßigung auf alle Posten.

Zwei Hinweise. Erstens: Das städtische Nachtfenster endet um 06:00 Uhr, die Konsortien wenden aber eigene Bedingungen an – das Consorzio Motoscafi etwa verlangt 15 € für Transfers zwischen 22:00 und 07:00 Uhr. Zweitens: Fast alle Transfers von und zum Flughafen werden als kommerzieller Dienst zum vereinbarten Preis verkauft, der über dem regulierten Tarif liegt. Den vollständigen Überblick über die Zahlen gibt die Seite Tarife und Preise, die Abendzuschläge erklärt Wassertaxi bei Nacht.

Wo man einsteigt

Die Stadt betreibt die städtischen Taxistände, öffentliche Anleger, an denen die Boote auf Fahrgäste warten. Es sind vierzehn, genauso viele wie die Tarifblätter, die die Stadt veröffentlicht: Tronchetto (People-Mover-Station und gegenüber dem ACTV-Anleger), Piazzale Roma (Rampa Parisi und Rio Novo), Ferrovia (Kirche degli Scalzi und neben dem ACTV-Anleger), Rialto (Carbon und Cerva), San Marco (Molo, Ponte della Paglia, Denkmal für Vittorio Emanuele, Ca’ di Dio), San Marcuola Casinò und Lido Santa Maria Elisabetta. Die städtische Verordnung ist in einem Punkt eindeutig: Das Warten auf Kundschaft ist ausschließlich an diesen Ständen erlaubt, erkennbar an einem Schild mit dem Stadtwappen.

Außerhalb der Stände hast du zwei Möglichkeiten: an einem öffentlichen oder privaten Anleger nachfragen oder das Wasser-Funktaxi der Stadt unter 199 48 49 50 anrufen. In beiden Fällen fällt der Abrufzuschlag an. Die drei Buchungswege – online, telefonisch, am Anleger – vergleicht so buchst du.

Woran du ein zugelassenes Boot erkennst

Die Kennzeichnung der Boote ist eine städtische Vorschrift, keine Designlaune:

  • Boote im Mietbetrieb mit Fahrer tragen grüne Streifen an den Seitenfenstern mit Zulassungsnummer und Stadtwappen sowie eine grüne Flagge am Bug;
  • Gran-Turismo-Boote (größer und mit mehr Plätzen) tragen rote Streifen;
  • das Taxi trägt zwei gelbe Reflexstreifen außen an den Seitenscheiben der Kabine und zwei ebenfalls gelb reflektierende Schilder mit der Lizenznummer, dem Bootskennzeichen und dem Stadtwappen, dazu eine feste Flagge am Bug mit der Aufschrift “TAXI” in Schwarz auf Gelb.

Der Unterschied ist nicht formal. Ein Mietboot mit Fahrer arbeitet nur auf Vorbestellung, startet am eigenen Liegeplatz und darf nicht an den Taxiständen warten; ein Taxi darf dich vor Ort aufnehmen und muss den Tarif anwenden. Wer dir spontan eine Fahrt von einem Boot aus anbietet, das kein Taxi ist, arbeitet außerhalb der Regeln.

Wer die Anbieter sind

Die Lizenzen liegen bei einzelnen Betreibern, verkauft wird aber fast immer über Konsortien. Das Consorzio Motoscafi Venezia vereint die wichtigsten Betreiber der Stadt, gibt über 100 Wassertaxis an, ein rund um die Uhr besetztes Callcenter unter 041 522 2303 und ein GPS-System, das alle Boote mit der Einsatzzentrale verbindet, um Wartezeiten zu verkürzen. Venezia Taxi ist der zweitgrößte Zusammenschluss und gibt über dreißig Jahre Tätigkeit an; der Flughafen führt unter den zugelassenen Betreibern außerdem Venice WaterTaxi und Serenissima Taxi.

Profile, Urteile und Kontaktdaten zu jedem einzelnen findest du im Bereich Anbieter und Plattformen. Wer mit dem Flugzeug ankommt, findet die komplette Logistik am Hafenbecken auf der Seite vom Flughafen nach Venedig.

Wasserpforte eines Hotels an einem inneren Kanal: Hier entscheidet die Tide, ob das Motorboot anlegen kann.
Wasserpforte eines Hotels an einem inneren Kanal: Hier entscheidet die Tide, ob das Motorboot anlegen kann. Foto: Didier Descouens · CC BY-SA 4.0

Kapazität, Gepäck und Barrierefreiheit

Die zulässige Personenzahl hängt vom Zertifikat des einzelnen Boots ab, nicht von einer einheitlichen Regel: In der Praxis fährt man bis zu 10 Personen. Das Consorzio Motoscafi nennt maximal 10 Passagiere und bis zu 12 Koffer, mit 10 € Zuschlag pro Person ab dem fünften Passagier und 5 € pro Koffer ab dem fünften. Die Bedingungen der einzelnen Betreiber unterscheiden sich, die Gepäckzahl gehört also in die Buchung und nicht an den Anleger. Praktische Tipps zu sperrigen Koffern, Kinderwagen und Rollstühlen stehen unter Gepäck und Barrierefreiheit.

Gezeiten, Wasserpforten und Treffpunkte

Viele Hotels haben eine Wasserpforte, aber nicht alle können sie jederzeit nutzen. Bei Hochwasser kommt das Motorboot womöglich nicht unter den Brücken der inneren Kanäle hindurch; bei Niedrigwasser kann der Kanal zu flach oder die Hotelschwelle zu weit vom Deck entfernt sein. In beiden Fällen ist es üblich, am nächsten nutzbaren Anleger von Bord zu gehen, meist keine fünf Gehminuten entfernt, wobei der Fahrer die Koffer an Land reicht.

Zwei Fragen, die du dem Hotel vor der Buchung stellen solltest: ob es eine Wasserpforte hat und ob sie bei jedem Wasserstand nutzbar ist. Fällt die Antwort vage aus, rechne mit dem letzten Stück zu Fuß und mindestens einer Brücke.

Bezahlung, Trinkgeld und Beschwerden

Bei Online-Buchungen akzeptieren die Konsortien die gängigen Karten. An Bord ist die Kartenzahlung nicht überall möglich: Viele Lizenzinhaber bevorzugen Bargeld, das gehört also vor dem Einsteigen geklärt. Trinkgeld ist nicht vorgesehen.

Vereinbare den Preis immer vor der Abfahrt und kläre, ob er pro Boot oder pro Person gilt: Es ist dieselbe Empfehlung, die die Stadt den Kunden der Landtaxis gibt, um Streit zu vermeiden. Wenn die Rechnung nicht aufgeht, ist der am Taxistand ausgehängte Tarif der Maßstab: Ein Foto der Tabelle und die Lizenznummer des Boots sind die praktische Grundlage jeder Beschwerde. Meldungen gehen an den Comune di Venezia über den digitalen Schalter DIME oder die Nummer 041 041; schriftliche Beschwerden an die Direzione Mobilità e Trasporti, auch per zertifizierter E-Mail (PEC).

Verhalten an Bord

Wenige Regeln, alle nützlich. Ein- und ausgestiegen wird erst, wenn der Fahrer das Zeichen gibt und das Boot ruhig hält. Setz dich zügig hin: Das Motorboot darf an öffentlichen Anlegern nicht lange liegen bleiben. In der Kabine sitzt man, auf dem Achterdeck steht man nur bei langsamer Fahrt. In der Altstadt fahren die Boote im Schritttempo, um den Wellenschlag zu begrenzen, und der Taxameter läuft weiter: Das langsame letzte Stück gehört zum Preis, es ist kein Trick, um ihn aufzublähen.

Zu verstehen, wie das Wassertaxi in Venedig funktioniert, hilft vor allem bei einer Sache: einschätzen zu können, ob der genannte Preis angemessen ist, bevor du zusagst. Vergleiche den städtischen Tarif immer mit dem kommerziellen Angebot, frag nach Zuschlägen und buche rechtzeitig, wenn die Uhrzeit kritisch ist. Wenn du dagegen ein Taxi auf Rädern für das Festland brauchst, deckt die Seite zu den Taxis in Mestre Festpreise und nützliche Nummern ab.

Häufige Fragen

Wer legt die Wassertaxi-Tarife in Venedig fest?

Der Stadtrat des Comune di Venezia, im Einvernehmen mit den Branchenverbänden. Der geltende Tarif geht auf die Stadtratsbeschlüsse Nr. 227 und Nr. 516 zurück und hängt an jedem städtischen Taxistand aus.

Wie viele Wassertaxi-Lizenzen gibt es in Venedig?

250 insgesamt: 193 Doppellizenzen (Taxi plus Mietboot mit Fahrer auf demselben Boot), davon 7 für die Gondoliere-Genossenschaften reserviert, und 50 reine Taxilizenzen, 25 davon auf Booten mit Hebevorrichtung für Rollstühle.

Wie funktioniert der Taxameter im Wassertaxi?

Auf Stadtstrecken ohne Festpreis startet er bei 15 € und rechnet 2 € pro Minute dazu. Holt dich das Boot außerhalb eines Taxistands ab, kommen 5 € hinzu, und zwischen 22:00 und 06:00 Uhr weitere 10 €.

Woran erkenne ich ein zugelassenes Wassertaxi?

Das Taxi führt die städtische Lizenznummer sichtbar mit. Mietboote mit Fahrer tragen grüne Streifen an den Seitenfenstern mit Zulassungsnummer und Stadtwappen sowie eine grüne Flagge am Bug; Gran-Turismo-Boote haben rote Streifen.

Kann man an Bord mit Karte zahlen?

Bei Online-Buchungen akzeptieren die Konsortien die gängigen Karten. An Bord ist die Kartenzahlung nicht garantiert: Viele Fahrer bevorzugen Bargeld, frag also lieber vor dem Einsteigen.

Wie viele Personen und wie viele Gepäckstücke passen in ein Wassertaxi?

In der Regel bis zu 10 Personen, die Kapazität hängt aber vom Zertifikat des einzelnen Boots ab. Das Consorzio Motoscafi gibt bis zu 12 Koffer an, mit 5 € Zuschlag pro Koffer ab dem fünften.

Wo melde ich ein Problem mit einem Wassertaxi?

Beim Comune di Venezia, über den digitalen Schalter DIME unter dem Punkt Meldungen oder über die Nummer 041 041; schriftliche Beschwerden gehen an die Direzione Mobilità e Trasporti, auch per zertifizierter E-Mail (PEC).

Quellen & offizielle Daten

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